Berlins Sommerbezirk Steglitz-Zehlendorf

Shownotes

Es ist Sommer in Berlin: Wo ihr die schönen Sommertage am besten verbringen könnt, das verraten wir euch in dieser Folge von Berlin Unboxed.

Gemeinsam mit Schauspielerin Katharina Kwaschik verbringen wir einen Sommertag zwischen Wannsee und Dahlem: Wir starten an der Liebermann-Villa am Wannsee, wo Direktorin Dr. Evelyn Wöldicke erzählt, warum das besondere Licht und die Landschaft schon Max Liebermann und viele andere Künstler inspirierten. Anschließend radeln wir weiter zur Domäne Dahlem, einem historischen Gutshof mit funktionierender Landwirtschaft mitten in der Millionenstadt. Dort erklärt Direktor Steffen Otte, warum dieser Ort bis heute ein lebendiges Stück Berliner Geschichte ist.

Zum Abschluss begleiten wir Katharina Kwaschik zur Shakespeare Company Berlin, an der Freilichtbühne am Insulaner. Vorhang auf!

Wir bedanken uns herzlich bei Steglitz-Zehlendorf und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe für die Unterstützung bei dieser Folge.

Unsere Gäste • Katharina Kwaschik, Schauspielerin, Shakespeare Company Berlin • Dr. Evelyn Wöldicke, Direktorin der Liebermann-Villa am Wannsee • Steffen Otte, Direktor und Vorstand der Stiftung Domäne Dahlem – Landgut und Museum

Orte & Tipps aus der FolgeKulturkorso Steglitz-Zehlendorf – Kulturorte entdeckenRadtouren durch den Berliner Südwesten (Tourismusverein Berlin Südwest) • Liebermann-Villa am WannseeDomäne Dahlem – Landgut und MuseumShakespeare CompanyMehr zu Steglitz-Zehlendorf

🎧 Passend zu dieser Folge: Berlin Unboxed – Berlins Schlösser und Gärten: Sehnsuchtsorte und ihre Geschichte

In unserem visitBerlin-Blog findet ihr weitere spannende Tipps und Geschichten aus Berlin

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Team & Credits Redaktion & Inhaltliche Leitung: Josefine Köhn-Haskins, visitBerlin Moderation: Pauline Braune, Die Podcastproduzenten Produktion: Die Podcastproduzenten Intro & Outro: Nia`s Labyrinth

Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert Berlin Unboxed, bewertet den Podcast und teilt die Episode mit Menschen, die Berlin im Sommer neu entdecken möchten. Verratet uns außerdem gerne in den Kommentaren: Welcher ist euer Lieblingsort für einen Sommertag in Berlin?

Transkript anzeigen

00:00:00: Pauline Braune: Kaum steigen die Temperaturen in Berlin, zieht es viele Menschen in dieselbe Richtung: in den Südwesten der Stadt, zum Baden an den Wannsee, zum Radfahren auf schattigen Wegen durch den Grunewald oder in Museen mit Seeblick oder zum Kaffeetrinken ins schattige Grün. Aber warum ist ausgerechnet Steglitz-Zehlendorf seit Generationen der Sommerbezirk Berlins?

00:00:25: Genau dieser Frage gehen wir heute nach. Gemeinsam mit Schauspielerin Katharina Kwasek machen wir einen Ausflug durch einen Bezirk, in dem es gerade im Sommer viel zu sehen und zu erleben gibt. Wir besuchen Orte, an denen Kunst, Natur und Geschichte ganz selbstverständlich zusammengehören. Und wir wollen herausfinden, warum Berlinerinnen und Berliner schon seit mehr als hundert Jahren immer wieder hierher kommen.

00:00:48:

00:01:01: Intro: Willkommen in Berlin. Willkommen bei Berlin Unboxed, dem Visit Berlin Podcast mit neuen Perspektiven auf die Stadt.

00:01:18: Pauline: Katharina, schön, dass du dabei bist.

00:01:20: Katarina Kwaschik: Ja, schön, dass ich dabei sein darf.

00:01:22: Pauline: Wir haben uns grad direkt im Garten hinten getroffen, denn unsere erste Station der Folge könnte heute irgendwie kaum passender sein, denn wir stehen an der Liebermann-Villa direkt am Wannensee.

00:01:33: Katarina: Ja, das ist wunderschön.

00:01:34: Pauline: Hier hat der deutsche Impressionist Max Liebermann viele seiner berühmtesten Gemälde gemalt und, äh, seinen Garten auch selbst wie 'n Kunstwerk komponiert.

00:01:43: Also auch wenn man jetzt durchgeht, ist es ja eine totale Farbenpracht im Juli.

00:01:48: Katarina: Ja, ja.

00:01:49: sondern- Nein, ich kenne dich

00:02:00: Katarina: auch als Wohnort.

00:02:02: Pauline: Ja, als Wohnort, als Ort zum Durchatmen. Wo verbringst du hier in Steglitz-Zehlendorf deinen perfekten Sommertag?

00:02:09: Katarina: Also auf jeden Fall gehört die Villa Liebermann mit dazu, das ist völlig klar. Und sowieso auch das gesamte Wannseeufer, der Havelstrand, die Pfaueninsel. Ach ja und die Parforceheide, also Richtung Potsdam-Babelsberg dann schon oder der Düppeler Forst, da kann man auch super spazieren gehen.

00:02:28: Ähm, auch der Schlosspark Babelsberg ist wunderschön und, ähm, der Grunewald natürlich auch. Also ja, ich hab, äh, hier viel zu, viel zu erledigen an einem Sommertag.

00:02:40: Pauline: Sehr gut. Wir sind aber heute nicht alleine. Wir haben unterschiedliche Gäste und gleich an unserer ersten Station treffen wir Dr. Evelyn Wöldicke, die Direktorin der Liebermann-Villa.

00:02:51: wo er auch entstanden ist. Evelyn, wie schön, dass wir heute hier sein dürfen.

00:03:04: Dr. Evelyn Wöldicke: Ich freue mich, dass ihr hier euren Besuch startet.

00:03:08: Pauline: Vielleicht gleich als erste Frage: Wenn man auf den Wannsee blickt, versteht man ja sofort, warum Künstler diesen Ort so geliebt haben, glaube ich. Was macht den Blick auch heute noch so besonders?

00:03:20: Dr. Evelyn Wöldicke: Ja, wenn man auf den Wannsee blickt, hat man hier einfach eine große, glitzernde Wasserfläche. Ähm, die Wellen tanzen, das Licht flirrt durch die Bäume.

00:03:30: Es ist einfach noch genauso entspannend wie früher.

00:03:33: Pauline: Ja, ich würd sagen, lasst uns doch mal vorgehen. Ich erspiere einen Pavillon vorne am Wasser, wo wir uns ja einmal es gemütlich machen können und ein bisschen über diesen Garten, über die Villa sprechen können. Warum hat denn der Wannsee auch Max Liebermann so angezogen?

00:03:52: laute, dreckige, immer größer werdende Großstadt war. Und der Wannsee lag relativ nah, aber trotzdem total weit draußen. Das heißt, es war von Anfang an ein sehr attraktives Erholungsgebiet, gerade für Menschen, die in Berlin lebten.

00:04:15: Also für Menschen, die es sich leisten konnten. Und Liebermann war zu dem Zeitpunkt auf der Höhe seines Erfolgs. Er war, hat wahnsinnig viel Geld verdient mit seiner Porträtmalerei und war sehr stolz, dass er sich dieses Haus und dieses Grundstück ermalt hat. Mhm. Also selbst erarbeitet hat mit seiner Kunst.

00:04:34: Pauline: Er hat das dann 1909 gekauft, 1910 ist er hier in die Villa eingezogen und das Grundstück ist auch richtig groß, habe ich gelesen. Über siebentausend Quadratmeter, richtig?

00:04:47: Dr. Evelyn Wöldicke: Ja, das stimmt.

00:04:48: Pauline: Vielleicht für alle, die hier noch nie waren: Es ist so ein bisschen in zwei Bereiche aufgeteilt. Kannst du es uns beschreiben?

00:04:55: und vorm Haus, also wenn man von der Straßenseite kommt, ist ein Gemüse- und Staudengarten. Genauso hatte Liebermann das auch. Er hatte eigenes Gemüse angebaut oder anbauen lassen durch einen Gärtner. Dann waren ganz üppige Blumenbeete und hinter dem Haus ist ein, ein parkartiges Gelände, das ebenfalls strukturiert ist in unterschiedliche Bereiche.

00:05:22: Es gibt einen Rosengarten, es gibt Obstgehölze, es gibt einen ganz herrlichen Weg, der durch so ein Birkenwäldchen führt und unten am Wasser den eben schon erwähnten Pavillon, ähm, einen Steg. Es ist einfach ein wahnsinnig entspannender Ort hier.

00:05:44: Pauline: Jetzt sitzen wir hier unter diesem Pavillon mit Blick auf den Steg und den Wannsee und man sieht, wie sich hier auch richtig schön schon die Architektur und die Landschaft auch verbinden, finde ich.

00:05:57: Einheit gedacht. Ich glaube, am einfachsten lässt sich das erleben, wenn man sich in den Gemüsegarten stellt.

00:06:06: Da ist hinten eine weiße Bank und bei dieser Bank kann man wirklich durch den Gemüsegarten, durchs Haus durchblicken bis zum Wannsee. Das heißt, wir haben eine komplette Sichtachse durch das Haus und Haus und Garten sind damals schon von Liebermann als Einheit konzipiert worden. Das heißt, man kann das eine nicht ohne das andere denken.

00:06:27: Pauline: Katharina, du bist auch nicht das erste Mal da.

00:06:29: Dr. Evelyn Wöldicke: Nein.

00:06:30: Pauline: Wie, wie oft würdest du sagen, warst du schon in der Liebermann-Villa am Wannsee zu Besuch?

00:06:35: Katarina: Also ich würde sagen, ich war bestimmt schon zehn oder fünfzehn Mal hier.

00:06:39: Pauline: Warum kommst du immer wieder?

00:06:41: Katarina: Weil ich mich hier wahnsinnig wohlfühle. Es gibt so Orte, wo man hinkommt und erst mal so spürt, dass man tief durchatmen kann und das ist hier der Fall.

00:06:53: In eine Einheit eintritt, was, was Evelyn gerade gesagt hat, ne, dass man spürt, es ist genau dafür gedacht, dass man ankommen kann, ähm, und den Blick ausweiten kann. Und egal in welche Richtung, man blickt immer, ähm, man blickt immer auf etwas, was man gerne sehen möchte und sich anschauen möchte.

00:07:21: Mhm.

00:07:22: Ich liebe diese Verbindung zwischen Kunst und Natur-

00:07:26: Pauline: Mhm. -

00:07:28: Katarina: und auch Lebenskultur- Ja. -sehr und ich liebe Orte, an denen alles zusammenkommt, so wie hier. Es ist einfach wunderschön und einmalig.

00:07:37: Pauline: Liebermann hat ja den Garten auch selbst entworfen, so nach dem Prinzip eines Gemäldes auch und ganz viele seiner Gemälde sind auch hier entstanden.

00:07:45: Kannst du uns was darüber erzählen?

00:07:48: Komplementärkontraste, also rot und grün oder blau und gelb geliebt.

00:08:03: Das sieht man überall. Und der Garten wurde auch gleichzeitig dann, ähm, das wichtigste Motiv in seinem Spätwerk. Das heißt, wenn man jetzt heute in die Ausstellung geht, in unsere Dauerausstellung, sieht man da Gemälde des Gartens und geht man wieder in den Garten, dann wandert man durch dieses Gemälde und erlebt eigentlich am eigenen Körper die Fortsetzung dieses Werks.

00:08:25: Und das ist ganz fantastisch, diese Verknüpfung von Kunst, die hier entstanden ist, und dann eben den Ort zu erleben.

00:08:32: Pauline: Fast zweihundert Gartenbilder sind hier entstanden. Das ist

00:08:35: Dr. Evelyn Wöldicke: richtig.

00:08:36: Pauline: Wie viele sind davon im Obergeschoss ausgestellt?

00:08:39: Dr. Evelyn Wöldicke: Nur eine kleine Auswahl. Also wir sind ja hier ein kleines- Ja.

00:08:42: zehn- oder zwölf- oder fünfzehnmal, die entdecken eben immer wieder etwas Neues, neue Themen, die in diesen Sonderausstellungen bearbeitet werden, die aber alle mit Liebermann irgendwo zusammenhängen.

00:09:10: Pauline: Ja. Ich hab's ja auch gleich am Anfang schon erwähnt, dass wir hier so auch 'ne Verbindung aus Kunst, aus Kultur und Geschichte erleben, weil die Villa hier natürlich auch ein sehr bewegtes, 'ne sehr bewegte Zeit hatte. Die Villa wurde nämlich in der NS-Zeit auch weiter genutzt, hatte dann verschiedene Besitzerwechsel und wurde dann renoviert, restauriert und seit 2006 ist jetzt das Liebermann-Museum hier drin.

00:09:39: Das heißt, 2026 ist auch Jubiläum. Ist was geplant dieses Jahr?

00:09:45: Veranstaltungsprogrammen, wissenschaftliche Vorträge.

00:10:03: Das heißt, äh, der Strauß ist sehr bunt und man kann immer irgendetwas finden, wenn man bei uns etwas erleben möchte.

00:10:09: Pauline: Den Link dazu und zu dem Veranstaltungskalender packen wir euch gern in die Show Notes. Dann könnt ihr auch sehen, was ihr gerne vielleicht an der Liebermann-Villa erleben wollt. Katharina, was erlebst du denn gerne hier am Wannensee?

00:10:22: Katarina: Also ich gehe gerne in die Liebermann-Villa, einfach um hier zu sein. Ich gehe gerne durch die Ausstellung. Ich gehe auch gerne durch den Garten vorne und sitze auch gerne hier am Wasser und das kann man halt sozusagen immer dann machen, wenn die Liebermann-Villa auf hat. Mhm. Ähm, und die Öffnungszeiten, weiß ich nicht, wechseln die eigentlich im Winter und im Sommer?

00:10:45: Dr. Evelyn Wöldicke: Im Winter haben wir ein bisschen kürzer. Bisschen kürzer, genau ja. Aber im Sommer jeden Tag außer dienstags von zehn bis achtzehn Uhr. Genau. Super. Und dann weiß man ja

00:10:54: Katarina: eigentlich schon

00:10:55: Dr. Evelyn Wöldicke: Bescheid.

00:10:57: Plätzchen. Es gibt oben das Café, wo man sich auch 'ne kurze Erholungspause gönnen kann.

00:11:05: Ähm, aber ich glaub, mich würde man auch hier unten am Wasser finden, grad mit dem Blick rüber auf die Boote, die da alle an den Stegen liegen. Der Blick über den Wannsee findet sich auch ganz oft in Liebermanns Werken wieder, richtig?

00:11:16: Dr. Evelyn Wöldicke: Ja, das stimmt. Das ist natürlich ein total reizvolles Motiv. So wie wir jetzt hier sitzen und den Ausblick genießen, hat er das genauso wahrgenommen.

00:11:25: Und die Boote am Wannsee, die tauchen immer wieder auf seinen Gemälden auf.

00:11:29: Pauline: Ich find, das fühlt sich hier jetzt schon nach Urlaub an und ich bin hier zum Arbeiten. Also von daher, wenn's mich trotzdem so doll entspannt, kann ich mir das vorstellen, dass ganz viele hier sagen, dass es so nah an Berlin trotzdem 'ne totale Auszeit ist, oder?

00:11:46: gute Zeit verbringen und gehen fröhlich und gut gelaunt wieder nach Hause.

00:12:04: Pauline: Mhm. Man hat so schön hier dieses Impressionistische um uns.

00:12:10: Wir sitzen unter 'ner Trauerweide, richtig? Ja, das stimmt. Bin botanisch nicht ganz bewandert und dazwischen glitzert dann das Wasser und dann die Blumenvielfalt vorne. Ich find, je länger man hier ist, auch im Garten, desto mehr kriegt man schon die Antwort auf die Frage, warum Steglitz-Zehlendorf seit Generationen ein Sommerbezirk ist.

00:12:30: Aber ich möchte es natürlich auch gern euch beide fragen: Warum ist für euch das hier so mit Sommer verbunden?

00:12:38: Katarina: Ja, also das ist halt wirklich was extrem Besonderes. Das gibt's eigentlich in Berlin nicht bei so vielen Bezirken, ne. Also diese, diese Dichte, diese Verbundenheit und dieses maximale Angebot von Kultur und Kunst und Natur gleichzeitig, das ist halt das Spezielle daran.

00:12:55: Laute. Und hier Steglitz-Zehlendorf, das ist tatsächlich durch die Verbindung zur Natur so, so speziell und so einmalig. Und der Sommerbezirk, der Steglitz-Zehlendorf vor hundert Jahren schon war, damals hat man vielleicht gesagt, man fährt in die Sommerfrische.

00:13:17: Heute würde man sagen, wir gehen zum Detoxing oder zum, äh, Work-Life-Balancing oder, oder so was in der Art, ne? Also heute würde man das sicherlich anders benennen, aber es funktioniert ja immer noch-

00:13:30: Pauline: Ja. -

00:13:31: Katarina: genauso.

00:13:32: Pauline: Genau, neben dieser Natur, die wir hier so schön erleben, ist die zweite wichtige Seite die Kultur.

00:13:38: Evelyn, welche kulturellen Orte kann man denn in der Nähe noch entdecken?

00:13:43: Dr. Evelyn Wöldicke: Es gibt eine ganze Reihe von kulturellen Orten, die man hier entdecken kann und vor einiger Zeit haben sich so Museen zusammengeschlossen zum Kulturkorso. Das heißt, unter dem Stichwort kann man auch jede Menge Informationen finden zu Kulturorten hier in Steglitz-Zehlendorf.

00:13:58: Orte verbindet diese Verbindung zwischen Natur und Kultur und das sind ganz unterschiedliche Orte, vom Haus der Wannseekonferenz über die Domäne Dahlem, über das Haus am Waldsee. Das sind also alles Kulturorte, die es hier zu entdecken gibt, die aber alle, ähm, im schönen grünen Steglitz-Zehlendorf liegen und, äh, für 'n Ausflug eigentlich ideal sind.

00:14:24: Pauline: Das ist also so 'n Netzwerk aktuell aus sechzehn Museen und Ausstellungshäusern hier im Berliner Südwesten und ja, laden halt dazu ein, wirklich die Kultur und die Entspannung richtig schön miteinander zu verbinden. Auch dazu packen wir euch natürlich 'nen Link in die Show Notes. Katharina, was ist da für dich 'ne Besonderheit?

00:14:46: auf dem eigentlich im in Dahlem, also an in der Nähe zum FU, ähm, freien Universitätscampus, der ja auch hier beheimatet ist. Das heißt, das ist auch die Wissenschaft und die Forschung ist hier, äh, zu Hause in diesem Bezirk.

00:15:13: Und das Museum europäischer Kulturen ist ein sehr interessanter Ort, weil man eben wahnsinnig viel erleben und erfahren kann über die Geschichte Europas. Und, und das Interessante ist, dass man sich, äh, zu Zeiten des Postkolonialismus und 'nem anderen Bewusstsein dafür eben auch versucht, diesem Thema anzunähern und sehr, sehr behutsam jetzt heute mit den Ausstellungsstücken umgeht und auch den Kontext herstellt zu der Geschichte Europas, die ja auch sehr komplex ist.

00:15:43: galten. Und, ähm, es ist also auch das ist interessant. Es geht um Frauenkleidung, Frauengeschichte, Umgang mit Frauen im Kontext der deutschen Geschichte und Veränderung, äh, seit dem Zweiten Weltkrieg.

00:16:12: Es ist ziemlich spannend, ja.

00:16:16: Pauline: Da hat man dann schon 'n vollen Kalender, wenn man sagt, man möchte sich vielleicht zwei was davon angucken. Aber man kann das super verbinden, indem man zum Beispiel auch eine kleine Fahrradtour von einem Ort zum anderen macht. Und dann gibt's sicherlich auch Pausenmöglichkeiten, oder Katharina?

00:16:30: Katarina: Oh ja, es gibt sehr viele Cafés, ähm, in Steglitz-Zehlendorf. Auch natürlich immer an den Museen dran, an den Galerien dran meistens, ähm, gibt es viele Möglichkeiten zwischendurch für Erholung und Erfrischung.

00:16:43: Pauline: Ja. Dann vielleicht zum Abschluss. Evelyn, wem würdest du denn empfehlen, mal in der Liebermann-Villa vorbeizukommen?

00:16:52: bis hin zur Demenzführung haben wir wirklich für jeden und jede ein passendes Angebot. Auch für Leute, die einfach nur mal hierherkommen wollen und durchatmen, denen kann ich das einfach nur empfehlen, sich auf die Terrasse zu setzen und wie Liebermann vor einhundertzehn Jahren den Blick schweifen zu lassen, äh, bis zum Wasser bei 'ner schönen Tasse Kaffee.

00:17:20: Das erholt.

00:17:21: Pauline: Also man muss noch gar kein Experte, keine Expertin für Impressionismus sein, um sich hier einfach auf 'nen schönen Tag einzulassen.

00:17:28: Dr. Evelyn Wöldicke: Nein, aber man kann es werden.

00:17:30: Pauline: Genau. Umso besser. Liebe Evelyn, vielen Dank für deine Zeit.

00:17:34: Dr. Evelyn Wöldicke: Vielen Dank, dass ihr hier wart.

00:17:42: Pauline: Nach unserem kleinen Pavillonausflug zum Wasser sind wir jetzt noch mal hier durch den Garten. Was gefällt dir am besten?

00:17:49: wirklich phänomenal.

00:18:00: Pauline: Und das sind ja bestimmt zweihundert Meter oder

00:18:04: Katarina: so was. Bestimmt, ja. Und man

00:18:04: Pauline: hat trotzdem diesen Blick. Hat hier auch ganz viele Tomatenstauden.

00:18:09: Katarina: Ja, und diese Blütenpracht ist

00:18:12: Pauline: wirklich Wahnsinn. Blütenpracht, genau.

00:18:14: Katarina: Man kann das hier auch kaufen.

00:18:16: Pauline: Eine Max-Liebermann-Blumenmischung. Ja. Sehr schön. Das ist, das ist schön.

00:18:22: Das sieht auch so nach insektenfreundlichem Gewächs aus, finde

00:18:27: Katarina: ich. Ja, herrlich.

00:18:29: Pauline: Okay, jetzt haben wir in der Liebermann-Villa, glaube ich, einmal ganz, ganz viel gesehen. Was machen wir als Nächstes?

00:18:34: Katarina: Ich würde vorschlagen, wir trinken jetzt einen Kaffee im Mutter Furage und fahren dann in die Domäne Dahlem.

00:18:41: Pauline: Mit dem Rad auch?

00:18:42: Katarina: Mit dem Rad,

00:18:43: Pauline: ja. Okay, das heißt, wir machen unsere Versprechen wahr, machen eine kleine Radtour- Ja. -und hören uns bei der Domäne Dahlem wieder.

00:18:50:

00:19:05: Pauline: Von Wannsee jetzt nach Dahlem.

00:19:08: Katarina: Ja.

00:19:09: Pauline: Gute vierzig Minuten, würde ich sagen, sind wir jetzt gefahren. Ja, würde ich auch sagen. Aber davon auch

00:19:12: Katarina: den

00:19:12: Pauline: Großteil wirklich schön durch den Grunewald. Durch

00:19:14: Katarina: den Grunewald und schön auf Radwegen- Ja. -und auch, ja, herrlich.

00:19:18: Pauline: Genau, es gibt auch ganz verschiedene Radtouren.

00:19:21: Also man kann auch die Nikolasseeroute fahren oder die Wannsee-Babelsberg-Route. Ja, genau. Und für alle, die selbst mal in die Pedalen treten wollen, verlinken wir euch die Touren in den Show Notes. Und wir sind jetzt angekommen- In der Domäne Dahlem. Und wir werden hier begrüßt von Steffen Otte. Er ist Direktor und Vorstand der Stiftung Domäne Dahlem und beschäftigt sich seit vielen Jahren damit, Landwirtschaft, Geschichte und auch Bildung miteinander zu verbinden.

00:19:46: Hi, Steffen.

00:19:47: Steffen Otte: Moin, herzlich willkommen auf der Domäne Dahlem. Es heißt übrigens auf der Domäne Dahlem, nicht in der Domäne Dahlem.

00:19:53: Pauline: Wir sind jetzt immer noch mitten in Berlin, aber irgendwie könnte man glauben, wir sind aufm Dorf, oder?

00:19:59: absolut. Wir befinden uns im Südwesten Berlins auf dem einzigen Bauernhof Berlins sowieso, aber wenn nicht sogar Deutschlands und der Welt, mit zwei U-Bahn-Anschlüssen, nämlich der U-Bahn-Station Dahlem-Dorf und der U-Bahn-Station Potgietskallee.

00:20:13: Pauline: Das ist wirklich schön. Also, wir haben hier drumherum Felder, Obstbäume. Ich sehe schon alte Stallungen und dazwischen ein funktionierender Bauernhof mitten in der Millionenstadt.

00:20:25: Steffen Otte: Äh, jein. Also in erster Linie sind wir ein Freilichtmuseum, das, äh, zwei Ausstellungshäuser hat und unter anderem schauen wir gerade, das rote Gebäude, was ihr da drüben seht, ist das älteste noch erhaltene Wohngebäude Berlins, äh, aus dem sechszehnten Jahrhundert.

00:20:39: Und das ist eben eine Besonderheit. Ähm, wir sind ein Freilichtmuseum, das, äh, zum Thema Ernährung und, äh, Herkunft der Lebensmittel und so weiter versucht, die Berlinerinnen und Berliner aufzuklären. Und ein Teil davon ist eben auch, dass wir ein aktiv bewirtschafteter Bauernhof sind.

00:20:58: du das erste Mal jetzt hier?

00:21:01: Katarina: Nein, ich bin nicht das erste Mal hier. Ich bin auch schon hier öfter gewesen, ähm, auch weil ich, ähm, Kinder habe und mit meinen Kindern immer mal wieder Ausflugsorte gesucht habe, die in sozusagen in Fahrradnähe sind.

00:21:16: Pauline: Mhm.

00:21:17: Katarina: Und ja, ich würde sagen, als meine Tochter so fünf, sechs, sieben, acht Jahre alt war, waren wir relativ häufig hier.

00:21:24: Pauline: Ich sehe auch direkt da hinten gibt's einen Spielplatz. Ja. Aber lass uns doch gerne mal rumlaufen und sehen, was es zu erkunden gibt. Ja.

00:21:31: Steffen Otte: Sehr gerne. Und das ist übrigens genau das klassische Alter, äh, in dem Familien mit ihren Kindern hier zu uns kommen und, äh, ja, versuchen, ihren Kindern Natur, ähm, Landwirtschaft, Ernährung näherzubringen.

00:21:48: wirklich alles anhält.

00:22:25: Katarina: Ja, und guck mal, das finde ich auch so toll, dass man hier eben direkt gucken kann, wie gesponnen wird und

00:22:31: Pauline: gewebt wird. Wir müssen hier direkt mal anhalten. Wir sind an der Hufschmiede vorbeigegangen. Die hat leider zu. Dann geht es weiter mit der Töpferei und hier mit der Spinn- und Webgruppe, wo wirklich direkt vor der Tür auf der Wiese gesponnen wird.

00:22:47: erhalten wird und zu dem geworden ist, was sie heute ist: ein Museum und Bildungsort.

00:23:04: Und die Ehrenamtlichen der Spinn- und Webgruppe, ähm, spinnen und weben hier, zeigen den Leuten, wie altes Handwerk funktioniert und, äh, durch den Verkauf der Waren bringen sie halt auch noch ein bisschen Geld, äh, für die Arbeit der Domäne Dahlem rein.

00:23:17: Katarina: Ja.

00:24:00: Pauline: Oh wow. Ah schön, da muss ich jetzt auf jeden Fall mal-- darf ich mal anfassen? Ja,

00:24:05: Person 2: klar. Nicht kardiert, die Wolle, ne.

00:24:08: Pauline: Ist sogar schon relativ weich.

00:24:09: Person 2: Ja.

00:24:09: Pauline: Hätte ich grad irgendwie, äh- Oh ja, hättest du rauer gedacht. Rauer erwartet, ja. Kratziger.

00:24:15: Person 2: Mhm. Das ist dann auch verschieden, ne. Manche Schafsrassen, die sind dann, die haben so doch, ähm, rauhes, rauhes Vlies, aber das ist schön eigentlich.

00:24:27: Steffen Otte: Obwohl unseres ja im Namen tragen, es ist ja das rauwollige Pommersche Landschaf.

00:24:31: Äh, insofern ist die raue Wolle da das Programm.

00:24:34: Pauline: Und ein paar Schritte weiter sehe ich direkt 'nen Schild, was Richtung Ställe zeigt. Das heißt, es gibt auch einiges an Tieren hier zu sehen.

00:24:43: Steffen Otte: Absolut. Wir haben, äh, eigentlich muss man ehrlicherweise sagen, für unsere kleine Fläche, wir haben hier zwölf Hektar, die wir landwirtschaftlich nutzen, ähm, haben wir eigentlich zu viele Tiere, aber das ist unserem Bildungsauftrag geschuldet.

00:24:55: Ziegen, Rinder, Pferde und natürlich haben wir auch Bienen.

00:25:05: Katarina: Mhm. Ja.

00:25:07: Steffen Otte: Und, äh, die, äh, Tiere, die wir haben, sind, äh, fast ausschließlich alte Nutztierrassen, die vom Aussterben bedroht sind. Ähm, deshalb sind wir auch ein sogenannter Archehof, weil wir uns daran beteiligen, diese alten Nutztierrassen zu erhalten.

00:25:21: Äh, da gibt's das schöne Motto bei Freilichtmuseen, die so was machen: Arterhalt durch

00:25:25: Katarina: Aufessen. Ja. Da.

00:25:31: Steffen Otte: Und auf der rechten Seite hört man sie schon.

00:25:33: Katarina: Hört man sie, die Schafe.

00:25:38:

00:26:01: Katarina: Komm, komm her,

00:26:05: Schaf: komm.

00:26:15: Pauline: Wie cool. Danke schön. Danke schön.

00:26:19: Katarina: Ist das witzig.

00:26:24: Bezugsperson im Anmarsch. Herrlich.

00:26:30: Steffen Otte: Danke, Astrid.

00:26:36: Pauline: Für alle, die noch nie in 'nem Freilichtmuseum waren: Was muss man sich denn darunter vorstellen?

00:26:42: werden, damit man dann so alte Baustile und so was, äh, sehen kann und kennenlernen kann.

00:27:05: Und das ist bei uns gar nicht der Fall. Alle Gebäude, die hier stehen, sind auch wirklich hier vor Ort entstanden. Das ist halt das ganz Besondere. Auf dieser Fläche wird seit achthundert Jahren, seit über achthundert Jahren Landwirtschaft betrieben und entsprechend sind alle Gebäude, äh, wirklich auch hier vor Ort errichtet worden.

00:27:21: Und die zweite Besonderheit ist: Normalerweise muss man, wenn man ein Freilichtmuseum besuchen will, am Eingang Eintritt zahlen und das ist bei uns nicht der Fall, eben aufgrund der Tatsache, dass das Ganze aus 'nem Verein hervorgegangen ist. Und, äh, so kann man sich das Gelände und die Tiere und alles kostenlos anschauen und muss lediglich 'n kleinen Beitrag zahlen, wenn man in unsere beiden Ausstellungshäuser geht.

00:27:43: durch die verschiedensten Zugänge, äh, zu nähern.

00:28:03: Katarina: Mhm.

00:28:04: Steffen Otte: Hier sieht man auch ein paar Bienen. Das ist bei uns natürlich auch ganz wichtig. Äh, leider kann man sie nicht hören, aber, ähm, wir verkaufen vorne im Hofladen auch unseren eigenen Domäne-Honig. Also der kommt wirklich hier zu hundert Prozent von der Domäne, was bei den Leuten auch echt immer super ankommt.

00:28:21: Pauline: Was, äh, ist denn das zweite Ausstellungshaus neben dem Kulinarium?

00:28:25: Steffen Otte: Das ist, äh, das Herrenhaus, das vorhin schon erwähnte älteste Wohngebäude Berlins und da zeigen wir Sonderausstellungen. Als letztes hatten wir eine Ausstellung, äh, wo wir einen Einblick in unsere Sammlung gegeben haben. Die wenigsten Leute werden auch vermuten, dass so ein Freilichtmuseum wie die Domäne Dahlem zum Beispiel, äh, zwei echte Käthe-Kollwitz-Grafiken hat.

00:28:46: unsere Sammlung dekontaminieren müssen.

00:29:02: Das heißt, wir müssen die von, von, äh, Stäuben befreien, die gesundheitsgefährdend sind. Und da machen wir jetzt gerade sozusagen ein großes Cleaning unserer Sammlung und dafür nutzen wir das Herrenhaus und haben deshalb gerade keine Sonderausstellung. Genau, und das Thema Geschichte, ähm, also Steglitz-Zehlendorf ist ja auch, äh, ein wahnsinnig spannender Ort, was, was die Berliner Geschichte anbetrifft.

00:29:24: Ich meine, wir haben hier das Alliiertenmuseum, was quasi dokumentiert, äh, gleich nebenan in der Clayallee, die Zeit der deutschen Teilung, als hier der Bezirk amerikanisch war. Wir haben das Kunsthaus Dahlem, was ja quasi die ehemalige Werkstatt von, äh, Arno Breker ist. Wir haben das Haus der Wannseekonferenz, wo eben das berühmte, berüchtigte Treffen der, äh, Nazis, äh, stattgefunden hat.

00:29:50: ja-

00:30:00: Katarina: Ja, ich find's auch, ich find's auch hier speziell. Wir haben gleich nebenan die FU, ähm, hier in Dahlem, ne, die Wissenschaft, die Forschung, die Lehre, ähm, die Museen, die dazugehören, die angegliedert sind.

00:30:14: Und dann haben wir auch Düppel.

00:30:16: Steffen Otte: Ja.

00:30:17: Katarina: Das Museumsdorf Düppel. Ist doch auch in Steglitz-Zehlendorf, ne?

00:30:20: Steffen Otte: Korrekt.

00:30:21: Katarina: Ja. Korrekt. Und der Botanische Garten.

00:30:24: Steffen Otte: Mit dem Botanischen Museum, was jetzt auch gerade, äh- Also wir haben- ... neu entsteht. Ja. Äh, genau. Also es ist wirklich eine wahnsinnige Vielfalt. Dann gibt's aber auch Galerien, Kunstgalerien.

00:30:34: Dann gibt es so was wie die Achim-Freier-Stiftung in Lichterfelde, auch ein ganz besonderer Ort. Also es gibt hier wirklich kulturell einfach wahnsinnig viel zu entdecken. Jetzt sind wir so langsam auf den Feldern. Man hört ein bisschen die Grillen zirpen. Äh, das ist halt so das, wo man jetzt wirklich merkt- Jetzt sind wir so raus aus der Stadt und jetzt sind wir eigentlich auf dem Land.

00:30:56: Katarina: Ja.

00:30:57: Wir sind an Zucchinifeldern vorbeispaziert Was baut ihr noch an?

00:31:06: Steffen Otte: Also man muss sagen, die Hauptfeldfrüchte, die wir haben, das sind, äh, Kürbisse. Also wir, ähm, bauen so, ich sag mal, vier bis sechstausend Kürbisse hier an, die dann im Herbst quasi durch die Leute auch selber geerntet werden können.

00:31:20: Da haben wir das Erntefest. Da können die Leute dann hierherkommen und selber Kürbisse ernten. Die zweite wichtige Feldfrucht, die wir haben, ist die Kartoffel. Im letzten Jahr haben beim Kartoffelfest haben wir allein sechzehn Tonnen gehabt, die die Leute selber, äh, geerntet haben. Und das sind dann so diese großen Ereignisse, wo die Leute echt gern herkommen mit ihren Kindern und, äh, dann auch wirklich 'ne Beziehung zu den Lebensmitteln entwickeln, indem sie sie halt selber ernten.

00:31:45: Das ist ganz-- Das ist ja halt auch Teil unseres Bildungsauftrages- Ja. -das muss man sagen.

00:31:49: Schaf: Ja.

00:31:50:

00:32:00: Pauline: Jetzt haben wir über den Hof ganz viel gesprochen, aber es ist ja vor allem auch für Kinder total schön. Katharina, was fanden deine Kinder hier immer am besten?

00:32:09: Katarina: Also die, die Nähe zu den Tieren, das war das, was, äh, immer wieder gelockt hat. Und, ähm, und auch, dass man hier einfach rumlaufen konnte, ohne so doll aufpassen zu müssen, dass man irgendwie in irgendein Auto reinrast oder dass man, ne, ähm, ja, man kann hier einfach sein.

00:32:28: So. Dieses

00:32:29: Pauline: raus aus der Stadt sein. Raus

00:32:30: Katarina: aus der Stadt. Das Gefühl von Freiheit, das Gefühl von Ruhe, in Ruhe sein dürfen. Ich weiß auch, dass wir gerne hier über diese Koppel gegangen sind, die wir gerade passiert haben, an den Bienen vorbei, die Wege erkundet haben, Verstecken gespielt haben, dass wir, ähm, geguckt haben, was angebaut wird, was wie aussieht, was wie wächst- Mhm.

00:32:50: was wie riecht. Ähm, so, ja. Das waren so die Highlights.

00:32:55: Steffen Otte: Und Traktorenfahrten.

00:32:56: Mal im Leben hier ein Pferd gesehen.

00:33:02: Pauline: Mhm.

00:33:03: Katarina: Ähm, und seitdem ist sie Pferdemärrin, Pferdemädchen. Und, ähm, ja, und was mir auch besonders gefällt, auch hier wieder, dass man auch als Eltern sich mal da hinsetzen kann, dass man mal in Ruhe einen Kaffee trinken kann, ähm, dass man sich auch inspirieren lassen kann von den handwerklichen und kunsthandwerklichen Sachen, die hier angeboten werden und so.

00:33:33: Das sind, äh, ja, das war einfach immer sehr, sehr wertvoll.

00:33:37: Pauline: Schon dieser kleine Einblick in die Domäne Dahlem zeigt, dass Sommer in Berlin weit mehr sein kann als ein Tag am Badesee. Also zwischen Botanischem Garten oder der Königlichen Gartenakademie gibt's auch ganz viele weitere grüne Oasen und jede Menge zu entdecken.

00:33:53: vor, die sich für einen Besuch lohnen. Und den Link dazu findet ihr in den Show Notes. Wir haben grad am Anfang in der Liebermann-Villa viel über die Kunst, über die Natur geredet.

00:34:12: Aber Steffen, du hast auch grad schon gesagt, Steglitz-Zehlendorf ist nicht nur ein Sommerbezirk, sondern hinter dieser sommerlichen Idylle gibt es auch ganz viel Geschichte, die sicherlich auch schön sein kann, bewegend sein kann, aber manchmal auch schwer auszuhalten.

00:34:30: Steffen Otte: Also die Domäne, äh, äh, zeigt halt auch diese Vielschichtigkeit der Geschichte.

00:34:34: Ähm, ich hab's gesagt, hier wird seit achthundert Jahren Landwirtschaft betrieben. Ähm, dann, äh, wurde die Domäne, die hatte mal über sechshundert Hektar Fläche und ist Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts immer kleiner geworden, weil hier Wissenschaftsinstitutionen entstanden sind. Das Kaiser-Wilhelm-Institut, heute als Max-Planck-Institut bekannt, ist hier entstanden.

00:34:53: ist ganz viel Wissenschaft, die hier präsent ist. Äh, die Landwirtschaft ist aber trotzdem aufrechterhalten worden. Das lag nicht zuletzt an, an den Kriegen, am Ersten Weltkrieg, am Zweiten Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg war hier eine Flakstellung auf dem Gelände hinten, wo wir gerade stehen, und es sind auch nachweislich Flugzeuge, äh, abgeschossen worden von hier.

00:35:18: Es gab Zwangsarbeit auf der Domäne. Also da lässt sich ganz viel über die Geschichte, äh, in der Zeit des Nationalsozialismus erzählen. Und dass danach die Landwirtschaft hier überhaupt aufrechterhalten worden ist, ist auch wieder deutsch-deutsche Geschichte. Es liegt nämlich an der Berlin-Blockade, dass, äh, diese Fläche dann hier doch als Landwirtschaft erhalten worden ist, weil man den Berlinern das Gefühl geben wollte: Wir versorgen euch.

00:35:38: Pauline: Wie geht ihr mit dieser Geschichte um? Vermittelt ihr die auch, äh, hier auf der Domäne?

00:35:42: Steffen Otte: Das ist das, was wir, äh, äh, in den letzten Jahren versuchen. Wir versuchen, diese Geschichten immer mehr zu erzählen. Wenn ihr hier übers Gelände geht, äh, schaut mal, äh, auf die Tafeln, die an den Häusern angebracht sind, die am Wegesrand angebracht sind.

00:35:55: Leuten auch zu vermitteln, äh, wie aufregend die Berliner Geschichte ist und, äh, wie gut sich das an der Domäne Dahlem auch zeigen lässt.

00:36:07: Pauline: Da wären wir wieder beim Stichwort Freilichtmuseum. Wenn man diese Tafeln hat, dann wird quasi alles uns herum zum Exponat auf 'ne Art.

00:36:15: Steffen Otte: Ja. Absolut.

00:36:16: Katarina: Und alles wird zu einer

00:36:17: Pauline: Erfahrung. Ja.

00:36:23: Katharina, was würdest du denn sagen, warum lohnt es sich auch bei so 'nem Sommerausflug, wie wir ihn heute machen, der ja eigentlich bisschen für Spaß gedacht ist, auch hinter die Kulissen zu schauen und sich auch mit solchen historischen Themen zu beschäftigen?

00:36:37: Katarina: Ja, das lohnt sich, weil es einfach zu unserem Leben dazugehört, ne.

00:36:41: Und, ähm, das, das Tolle ist halt, wenn man an diese Orte kommt, die eine Geschichte haben, dann lohnt es sich auch, sie sozusagen in diesem Moment, ähm, wiederzuerleben oder sich zu vergewissern darüber, wo man sich eigentlich grade befindet.

00:36:56: Punkt ist, dass man hier wirklich das Angenehme ja auch sozusagen mit diesem kulturell Bildenden verbinden kann.

00:37:06: Katarina: Ja.

00:37:07: Steffen Otte: Also diese ganzen Orte haben auch schöne Cafés, äh, sind einfach schön anzusehen. Man kann, kann da eine tolle Zeit verbringen und so nebenbei kann man Kultur, Geschichte und das alles auch noch, äh, konsumieren. Also es ist wirklich, äh, eigentlich für jeden was dabei, wenn man dann Familienausflug macht.

00:37:25: Pauline: Und nun sind wir ja grade hier im Juli unterwegs und genießen das fantastische Wetter. Was macht für dich Steglitz-Zehlendorf zum Sommerbezirk?

00:37:36: Steffen Otte: Ähm, jeder, der mal in Mitte unterwegs ist im Hochsommer und richtig diese flirrende Hitze, äh, spürt, ich glaub, der fühlt sich hier einfach wohl. Äh, man kann's leider nicht in 'nem Podcast übertragen, aber hier weht ein leichtes Lüftchen, äh, es ist angenehm, man hat so 'n bisschen den Freiraum, äh, man kann durchatmen.

00:37:55: hier einfach gut aushalten. Äh, ich glaub, angenehmer als in einer überlaufenen Innenstadt grade.

00:38:24: Pauline: Von der Liebermann-Villa am Wannsee über die Domäne Dahlem endet jetzt unser Ausflug an einem weiteren Kulturort unter freiem Himmel. Wir sind nämlich an deiner Wirkungsstätte.

00:38:35: Katarina: Ja, wir sind jetzt hier bei der Shakespeare Company Berlin in dem wunderschönen Theater am Insulaner, am Munsterdamm.

00:38:43: Pauline: Du spielst hier jetzt drei Stücke diesen Sommer.

00:38:47: Katarina: Ja.

00:38:47: Pauline: Zum Glück nicht parallel, sondern nacheinander.

00:38:50: Katarina: Ja, genau. Nicht zur selben Zeit. Genau.

00:38:52: Pauline: Was ist für dich das Besondere an Freilichttheater?

00:38:57: man eben auch wieder sehr mit der Natur verbunden ist. Das ist jetzt so ein bisschen das Thema auch dieser, dieser Folge und auch der beiden anderen Orte, an denen wir schon waren.

00:39:10: Man erlebt Kultur und Kunst und sitzt gleichzeitig mitten in der Natur, unter freiem Himmel. Man sieht die grünen Bäume im Bühnenbild sozusagen, man hört die Vögel zirpen, zwitschern. Ähm, ja, man hört noch, ähm, hinterm Theater ist ja direkt noch das Freibad am Insulaner. Das ist auch sehr besonders, dass man am Insulaner eben auch so verschiedene Sachen machen kann, ne.

00:39:33: Ähm, man hört dann noch die Badegäste planschen und toben und spielt aber da schon Shakespeare auf der Bühne und es ist einfach unfassbar lebendig und toll.

00:39:44: Pauline: Und vielleicht so ein zusammenfassender Gedanke: Was macht für dich Steglitz-Zehlendorf zum Sommerbezirk?

00:39:52: und machen kann, wonach einem der Sinn steht.

00:40:02: Man kann sich inspirieren lassen, man kann die Seele baumeln lassen, man kann Dinge entdecken, man kann, äh, an vielen Orten viel erleben und man kann trotzdem zur Ruhe kommen.

00:40:17: Pauline: Liebe

00:40:17: Intro: Katharina, danke für den wunderschönen Ausflug heute und dass du mich ein bisschen durch den Bezirk geführt hast.

00:40:22: Katarina: Ich danke dir, dass du mich begleitet

00:40:24: Pauline: hast.

00:40:26: Gemeinsam mit Katharina Quaschek haben wir heute erlebt, wie vielfältig Steglitz-Zehlendorf ist. Wir waren am Wannsee und haben dort erfahren, warum Künstler wie Max Liebermann genau dieses Licht gesucht haben. Wir haben auf der Domäne Dahlem einen Bauernhof mitten in Berlin entdeckt und wir haben gesehen, was sich auch hinter der sommerlichen Idylle für eine faszinierende Geschichte verbirgt.

00:40:49: Geschichte so selbstverständlich zusammenkommen wie kaum an einem anderen Ort in der Stadt. Für einen kleinen Urlaub muss man Berlin also gar nicht verlassen.

00:41:08: Und mehr Informationen zu allen genannten Orten, zum Kulturkorso, zu den Fahrradrouten und auch zu unseren weiteren Podcast-Folgen findet ihr wie immer in den Show Notes. Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann teilt sie gerne mit Menschen, die noch nach ihrem perfekten Sommerausflug suchen. Und verratet uns doch gerne mal in den Spotify-Kommentaren: Welcher Ort ist euer persönlicher Lieblingsplatz für den Berliner Sommer?

00:41:32: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge von Berlin Unboxed.

00:41:41: visitberlin.de.

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