Matthias Lilienthal, die Volksbühne und ein Schwimmbad mitten in Berlin

Shownotes

Was hat ein Schwimmbad vor der Volksbühne mit der Zukunft des Theaters zu tun? In dieser Folge von Berlin Unboxed treffen wir Matthias Lilienthal, den neuen Intendanten der Volksbühne Berlin, am Rosa-Luxemburg-Platz am Tag vor der Eröffnung des temporären Volksbads.

Mit dem Swimmingpool hat Lilienthal seine Berlin-Rückkehr nach zehn Jahren erstmal sehr medienwirksam inszeniert. Welche Ideen er noch für die Volksbühne mitbringt und wie sich die Stadt für ihn verändert hat, darum geht es in dieser Folge von Berlin Unboxed.

Wir sprechen über Theater und Kultur in Berlin, über öffentlichen Raum und neue Perspektiven auf die Stadt. Ganz nebenbei erfahren wir auch ein bisschen mehr über den Menschen Matthias Lilienthal - und natürlich auch, wie er seine Pommes frites am liebsten isst.

Unsere Gast • Matthias Lilienthal, Intendant der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin

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Team & Credits Redaktion & Inhaltliche Leitung: Josefine Köhn-Haskins, visitBerlin Moderation: Tobias Rohe, Die Podcastproduzenten Produktion: Die Podcastproduzenten Coverfoto: Maximilian Streich, visitBerlin Intro & Outro: Nia`s Labyrinth

Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert Berlin Unboxed, bewertet den Podcast und teilt die Episode mit Menschen, mit denen ihr vielleicht gerne mal eine Bahn im Volksbad an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz schwimmen möchtet.

Eine Folge mitten aus Berlin – zwischen Volksbühne, Fernsehturm, Räuberrad und einem überraschend blauen Swimmingpool.

Transkript anzeigen

00:00:00: Und im Moment geht es aber auch um Bilder.

00:00:04: Man kann ja sagen, mit dem Volksbad wird die Volksbühne weggeschwend oder sie wird erweitert.

00:00:09: Aber erst mal gegen diesen Betonbau der auf was Abweisenden hat, meinen weichen schwabbeligen Bauch zu setzen.

00:00:16: und dass sich das beides gegenseitig kommentiert, finde ich erstmal

00:00:19: lustig.".

00:00:21: Wir haben es gerade vom neuen Intenanten der Volksbüne Matthias Lilienthal gehört.

00:00:25: Es geht ihm darum etwas entgegenzusetzen und etwas Positives zu bewirken mit dem Theater, aber auch mit öffentlichen Aktionen wie den temporären Schwimmbad vor der Volksbühne – dem sogenannten Volksbad.

00:00:39: Was das nach Matthias Lilienthals Vorstellung sein kann?

00:00:43: Darüber haben wir mit ihm am Tag vor der Eröffnung des Volksbads gesprochen und dabei haben wir noch einige andere interessante Dinge erfahren darüber wie sich Berlin-Rückkehrer Liliental nach zehn Jahren Abwesenheit in Berlin

00:00:56: fühlt

00:00:57: was man unter seiner Intendanz an der Volksbühne erwarten darf und wie er am liebsten seine Pompfritt ist.

00:01:04: Mein Name ist Tobias Rohr, und ich freue mich sehr, dass ihr mit dabei seid!

00:01:10: Willkommen in Berlin – willkommen bei Berlin Unboxed dem Visit-Berlin-Podcast Mit neuen Perspektiven auf die Stadt.

00:01:24: Ja, da stehe ich im Berliner Scheunenviertel Amrosa Luxemburg.

00:01:28: Platz hinter mir ist das Babylonkino.

00:01:32: Rund um den Platz sind viele Cafés, da sitzen auch schon einige und lassen sich gut gehen.

00:01:38: Man sieht den Berliner Fernsehturm hier die Spitze davon zumindest gegenüber quasi von der Volksbühne wenn man sich umdreht.

00:01:46: Und ja wir sind mitten in Berlin drin ich bin aber nicht allein sondern bei mir ist Josefine Könaskins von Visit Berlin.

00:01:53: Hallo

00:01:55: Hallo Tobias, schön dass du heute dabei bist.

00:01:58: Du hast ja schon gesagt wir stehen mitten am Rosa Luxemburgplatz vor der monumentalen Volksbühne.

00:02:04: man sieht das große Räuberrad das auf zwei Beinen über die Wiese läuft und dahinter sehe ich es schon blau glitzern.

00:02:13: wollen wir uns das mal anschauen?

00:02:14: Sehr sehr gerne!

00:02:15: Ich bin auch schon gespannt was wir da jetzt gleich entdecken.

00:02:28: oder ist

00:02:29: er ja?

00:02:30: Er geht wirklich gerade ins Wasser.

00:02:33: Wir hören hier gerade noch, wie letzte Hände angelegt werden.

00:02:37: Akkuschrauber und so weiter, Planken werden verlegt noch.

00:02:40: Und da steht tatsächlich Matthias Lilienthal der Intendant mit dem wir gleich reden werden.

00:02:47: Der scheint ins Wasser gehen zu wollen.

00:02:48: anbaden sozusagen!

00:02:53: Hier kommen wir rein.

00:02:57: Es steht noch ein Bauzaun um das Volksbad.

00:03:01: Das werden aber rundherum eine Art Holzverkleidung.

00:03:05: Damit es auch

00:03:06: schick aussieht.

00:03:06: Guck mal, es gibt sogar einen Lift hier für Rollstuhlfahrer.

00:03:10: Das ist richtig tolles.

00:03:11: Bei jährfreier

00:03:11: Zugang sehr gut.

00:03:13: Wow!

00:03:14: Das gletzt halt.

00:03:15: Das plätschert auch ein bisschen.

00:03:17: Und rundherum sind so schöne Holzplanken.

00:03:20: aber man kann auch hier mal glaube ich am Rand sitzen und sich ein bisschen sonnen

00:03:23: auf jeden Fall.

00:03:25: Da drüben steht auch schon Matthias Lienthal.

00:03:27: mit dem sind wir jetzt verabredet.

00:03:29: dann gehen wir mal hin und sprechen mit

00:03:30: ihnen.

00:03:40: Ja,

00:03:41: das sieht echt verlockend aus.

00:03:43: Am liebsten würde man gleich reinspringen!

00:03:45: Ich schmeiß euch gleich rein...

00:03:48: Wir haben sie schon schwimmen gesehen glaube

00:03:50: ich.

00:03:50: Heute Morgen

00:03:51: kann es sein?

00:03:52: Jetzt jeden

00:03:53: Morgen einen Sprung ins Heimat?

00:03:54: Jeden Morgen und jeden Abend.

00:03:56: Es ist ja eigentlich praktisch dass ihr jetzt das Schwimmbad direkt vor der Volksbühne habt weil ich kann mir vorstellen so viel Zeit haben Sie wahrscheinlich gar nicht gehabt diesen Sommer schwimmen zu gehen oder den Sommer zu genießen.

00:04:09: Ich erspare mir den Weg zum Prinzenbad oder zum Kolumbierbad.

00:04:12: Darüber bin ich sehr froh und mir macht das, ich finde vor der Arbeit einmal schon zu gehen

00:04:19: wunderbar.".

00:04:20: Dann war es schön mal so.

00:04:21: ein Herzenswunsch, den die schon immer

00:04:23: hatten?

00:04:24: Nein eigentlich kamen wir über Diskussionen.

00:04:26: Florian Diener-Holzinger hat ja für die Venedigbianale eine Installation mit Wasser und Frauen und Leben unter Wasser gemacht und wir hatten eigentlich die Idee wie kann man das nach Berlin fummeln?

00:04:38: Und da wollten wir erst einen Riesenkubus mit Wasser vor die Volksbündestelle und dann sollte man am Boden des Kubos die Wahrheit über die Welt erfahren.

00:04:49: Das war alles zu teuer und kompliziert, gleichzeitig bin ich öfter zu den Bädern gegangen.

00:04:53: Jedes Zweite Mal, wenn ich versucht habe Baden zu gehen ging es nicht, weil irgendeine Aktivkohle nicht geliefert war, weil eine Wassereinigungsdinge jetzt drei Jahre repariert wird.

00:05:05: Und da haben wir gedacht, wir helfen dem Senat von Berlin und den Berliner Beta-Betrieben, in dem wir ein zusätzliches Freibad eröffnen.

00:05:13: Es ist groß finde ich, es ist ca.

00:05:15: twenty fünf Meter lang, sechs Meter breit, einen Meter dreißig tief... ...und das sieht wirklich toll und ganz klar

00:05:22: aus!

00:05:23: Ich glaube nicht dass man irgendwo anders in Berlin die Gelegenheit hat auf das Räuberrad der Volksbühne zu gucken auf dem Fernsehturm zu gucken.

00:05:32: Und vom Fernseheturm aus ist das Volksbad auch richtig schön sichtbar, also es wird was ändern.

00:05:38: Gestern kam eine Anwohnerin und hatte gesagt ja du hast der echten Dachschaden?

00:05:43: Du hast ja nicht mehr alle!

00:05:45: Ich hab mich dann für das große Kompliment bedankt und habe gesagt genau das wollten wir.

00:05:50: Es sei nicht ich, der den Dach schaden hätte sondern die Volksmann im Ganzen hätte einen Dach Schaden.

00:05:55: Und genau das ein Theater nicht nur sich darauf beschränkt, Theater zu machen oder Performance zu machen.

00:06:01: Sondern dass es sagt auch Planschen ist eine theatrale Performance und dazu laden wir euch

00:06:06: einen.

00:06:06: Ja also im Bühnenbild, das verrät ja eigentlich auch ganz schön viel.

00:06:11: Das ist ja auch ne Aussage und eigentlich... Also haben sie ja jetzt Berlin eine Bühne gebaut, wo sie selber den Sommer zelebrieren dürfen.

00:06:21: Ist doch eigentlich ne schöne Idee!

00:06:22: Es ist nur umarmende Geste an die Berlinerin aber es ist auch ein Protest gegen diese verfallene Infrastruktur in Deutschland im Ganzen...

00:06:31: Also das Schwimmbad funktioniert ja richtig gut.

00:06:34: man sieht überall in der Presse, man sieht auf allen Social Media Kanälen dieses Verlockendeglitzernde blau, die tolle Volksbühne im Hintergrund.

00:06:44: Es funktioniert ja auch so, um ein bisschen Werbung zu machen für das Programm.

00:06:50: Dass Sie dann auch vorhaben, umzusetzen später auf der Bühne im Theater?

00:06:55: Da alle Leute, die hier schwimmen kommen haben ja erst mal schon den ersten Schritt über die Schwelle getan und gleichzeitig ist es ja ein großer Willkommensbrust und wir laden ja die Menschen aus dem Schwimmen einen Umsonst- und ohne Ausweispontrolle.

00:07:09: Wir versuchen zu zeigen dass es ein friedliches nettes Berlin gibt wo verschiedene Leute sich treffen können und eine andere Art von Gemeinschaft bilden.

00:07:19: Woran würden Sie erkennen, dass das Volksbad wirklich ein toller Erfolg war?

00:07:24: Wenn es im Oktober wieder abgebaut werden muss...

00:07:29: ...wenn der Eindruck entsteht, dass die Stadt Berlin doch noch ein paar Sachen geregelt kriegt,... ...dass die Kultur wichtig ist und das Schwimmbad- und Volksbühne sich nicht ausschließen, dann hätte ich viel erreicht!

00:07:41: Und vielleicht auch wenn so ein bisschen anderes jüngeres Publikum

00:07:44: kommt?!

00:07:45: Da bin ich ganz sicher, dass ins Volkbad viele Junge

00:07:47: kommen.

00:07:49: Das hoffe ich aber auch!

00:07:52: Auch wenn das Volksbad nicht mehr da ist und man nicht mehr direkt schwimmen kann wird es noch weiter Sachen geben wo man direkt mitmachen kann an der Volksbühne sich selber einbringen kann als Berlinerin oder auch Besucherin.

00:08:04: Wir werden auf jeden Fall jedes Spielzeit ein großes Autorprojekt machen Und es merkt man ja hier, dass sie das ganz Mitte diskutiert darüber was hier passiert und was der Scheiß hier soll.

00:08:15: Das ist ja erst mal total super!

00:08:18: Ich liebe auch die Menschen, die drüber schwimpfen warum dreihundertausend Öken von so einem Mist Schwimmbad ausgegeben wird während die Theater doch keine Knete haben?

00:08:28: Wenn Sie sich drüber aufregen, ist alles erreicht.

00:08:31: Was fasziniert Sie selber denn am Theater?

00:08:34: Was packt Sie sofort in dem Stück

00:08:37: Wenn ich verwirrt, attackiert durcheinandergebracht raus gehe.

00:08:43: Wenn ich ein bisschen schimpfe und nach einer Nacht des Nachdenkungs dann vielleicht anders drüber denke?

00:08:49: Da sind wir jetzt eigentlich ja schon bei ihrer künstlerischen Arbeit mehr oder weniger.

00:08:53: Und natürlich

00:08:54: wollen wir

00:08:55: auch was über den Künstlermatilers Liliental erfahren.

00:08:58: Sie leiten ja immerhin in den nächsten Jahren eine der wichtigsten Theaterbühnen Berlins.

00:09:03: Und einmal für alle, die den Weg von Matthias Liedienthal noch nicht so ganz präsent haben.

00:09:08: Noch nicht so verfolgt haben.

00:09:09: Matthias ist ursprünglich aus der Köln, das heißt er ist Berliner.

00:09:13: Er war bereits in den Neunzelnern neunziger Jahren als Chefdramaturg und auch stellvertretender Intendant unter Frank-Kasdorf schon an der Volksbühne.

00:09:21: Später haben sie das

00:09:23: Hau

00:09:23: also das Hebel am Ufertheater geleitet dann zwei tausend fünfzehn bis zweitausend zwanzig Intendanz An den Münchner Kammerspielen.

00:09:32: Beide Bühnen sind unter ihrer Intendanz, also das Hau und die Münster Kammerspiele zweimal zur Theaterbühne des Jahres gewählt worden.

00:09:38: Das wollen wir nicht verschweigen!

00:09:40: Und jetzt spielen sie zurück in Berlin an der Volksbühnau.

00:09:42: Wie

00:09:42: fühlt es sich denn an nach so vielen Jahren, an dieses Haus zurückzukehren?

00:09:46: Ich war ja zehn Jahre lang jetzt nicht in Berlin.

00:09:48: Es ist wie zu rückkommen in eine Stadt, die man nicht mehr kennt.

00:09:52: Es hat sich total viel geändert... ...und das ist auch mit der Volksmühne so, dass ich auch da total viel verändert habe.

00:09:59: Damals war es ja ... Die neunziger Jahre in der Volksbühne war, dass die Wiedervereinigung nichts anderes war als ein Bürgerkrieg West gegen Ost.

00:10:07: Und jetzt ist es plötzlich an den Kamerspielen eine Maximärenstraße und die alte Schönhauseallee ist auch eine Art von Maximärenstrasse geworden.

00:10:17: Insofern versuche ich gerade immer nur verwirrt irgendwie, die Stadt wieder zu kapieren und würde Versuche verwirrt, auch die Volksbünde zu kapiern.

00:10:28: Bei einem Erfolg finde ich es großartig, dass sie immer zu großartiger Formen aufläuft wenn Außergewöhnliches passiert.

00:10:34: Wenn man versucht den Regelbetrieb zu machen dann ist auch manchmal ein Moment anders.

00:10:41: aber wenn es durchgeknallte besondere Aktionen gibt dann liebt das Haus und die Mitarbeiterinnen diese und macht die mit einem riesigen Enthusiasmus.

00:10:50: Haben Sie denn da ein paar Tipps und Empfehlungen für die kommende Saison, was man sich da unbedingt anschauen sollte?

00:10:57: Wenn man so wie sie das durchgeknallte und verrückte mal.

00:11:00: Zum Beispiel wir eröffnen ja auch am zweiten Oktober den Prater wieder mit dem Pratagarten Und da gibt es zum Beispiel von Vincenzo Latronico Den Berliner Roman schlechthin Ein Berlin-Roman in dem keine Berlinerinnen vorkommen sondern nur Menschen von so anders.

00:11:16: und darauf, dass der Prater dann in seine hundred sechsenachtzigste Spielzeit geht.

00:11:22: Und die Volksbühne in ihre hundert zwölftes Spielzeit, geht darauf freu ich mich sehr.

00:11:25: Der Prater am Pretzlauer Berg für alle, die es nicht wissen?

00:11:28: Genau zehn Minuten mit dem Rad von hier oder ungefähr?

00:11:32: Ja ja und weil sie jetzt gesagt haben Berlin ohne Berliner auch von Rimli Protocol House of Hope ist ja so ein bisschen diese Berliner Ausbruchsstimmung, also dieser Freiheitsgedanke für den Berlin sehr, sehr steht.

00:11:46: Aber eben auch nicht aus Berlin Perspektive getrachtet.

00:11:51: Der Moment des Mauerfalls und die erfolgreiche Revolution der DDR-Bürgerinnen, die anzugucken aus der Perspektiv von Menschen aus CDU, aus Peking, aus Kamerun Aus Warschau, das ist ein bisschen der Versuch.

00:12:07: Und es hat natürlich auch was damit zu tun noch mal zu fragen, was waren die neunziger Jahre an der Volksbühne und was ist es?

00:12:14: Und man kann auch sagen, in den Einen achtzig Neunzig war so'n bisschen der Beginn der Demokratie und zwei tausendsechsundzwanzig jetzt das Ende der Demokratien.

00:12:22: Das wird ein Stück sein des Rimini-Protokoll hier im Haus inszeniert in dieser Spielzeit.

00:12:26: Genau!

00:12:27: Und das hat am ersten Oktober Premiere Und die Zuschauer werden in Gruppen eingeteilt und arbeiten daran, die Demokratie wieder zu gewinnen.

00:12:36: Das finde ich einen total schönen Anlass um halt auch Leute aus der ganzen Welt nach Berlin zu holen und sich das anzugucken.

00:12:44: Jetzt haben Sie viel darüber gesprochen wie verwirrt sie von Berlin sind?

00:12:48: Wie verwirrt sie von der Volksbühne sind.

00:12:51: aber gibt es auch Sachen diese jetzt heute vielleicht im Rückblick auf die lange Karriere, die sie schon gemacht haben und die vielen Erfolge, die Sie gefeiert haben.

00:13:00: Was Sie vielleicht besser können als am Anfang?

00:13:04: Den Kunstbegriff noch mal zu erweitern mit den Arbeiten von Florentina, von Marlene Montero Freitasch, die von Kapwerben kommt, Tanz- und Theater- und politische Provokationen anders zueinanderzubringen.

00:13:18: Das interessiert mich und wir sind ja in einem Moment wo diese Gesellschaft sich in einem atemberaubenden Tempo Und im Moment kann ich nur versuchen, diese Veränderungsprozesse einerseits zu beobachten und mit eigenen Aktionen auch etwas dagegenzusetzen.

00:13:36: Gibt es denn Raum für so stillere, ruhigere Stücke?

00:13:41: Wo man mal dann so zum Nachdenken kommt?

00:13:45: Nö!

00:13:49: Ja, dafür sprechen die Namen Florentina Holzinger und Montero Fretasch auch.

00:13:53: Welche Rolle haben die im Artistik-Bord?

00:13:56: Wir

00:13:57: treffen uns einmal, ein Monat online und quatschen alle Entscheidungen durch.

00:14:04: Sie können Vorschläge machen, Sachen durcheinanderbringen ... Und ich krieg die Brügel davon ab!

00:14:09: Auch dafür ist sein Intendant da.

00:14:12: Also, gestern ... Als ich hab versucht, Tickets für das Volksbad zu bekommen und hab mich dann so ein bisschen durchs Programm gescrollt.

00:14:19: Es sind ja wirklich schon wahnsinnig viele Sachen ausverkauft.

00:14:22: Das zeigt auch schon, dass es erfolgreich ist und gewünscht ist.

00:14:26: Aber mir sind dann auch so Reihen aufgefallen.

00:14:28: So Lesereien ... Man kann zum Beispiel in einem roten Salon qualitärische Arbeit der Lieder singen oder anhören kommen.

00:14:35: Da wird Diskussion geben.

00:14:38: Ja...

00:14:39: Ein klubter Bayer?

00:14:41: Also ... Also die Tanz-Traditionen, Argentinien ist auch aus einer bestimmten Art von der Technofolklorer raus.

00:14:50: Wir hatten mal ursprünglich vor in der ersten Spezialzeit nur Menschen nicht Deutsch inszenieren zu lassen.

00:14:57: Das ist zu zwei Dritteln gelungen und so einem Drittel nicht gelungen.

00:15:01: Und diesen Art für mich als Theater interessiert mich nicht, um einen interessierten Diskussionsraum für eine Stadt zu schaffen.

00:15:11: Da vielleicht auch die Frage, für wen machen Sie denn das Theater?

00:15:14: Dieses Theater was wir jetzt hier

00:15:16: entwerfen.

00:15:16: Das Publikum ist ein scheues Reh und ich bin über jeden froh der sich auf der Lichtung zeigt.

00:15:25: Sie haben ja vorher gesagt dass es zu wie viel Prozent ist gelungen, dass es nicht BerlinerInnen machen.

00:15:31: Zu zwei Dritteln.

00:15:32: Zu sechsensechzig,

00:15:33: sechszig Prozent.

00:15:34: Nicht deutsche?

00:15:35: Ja,

00:15:35: nicht Deutsche!

00:15:36: Vielleicht schon wieder auf fünfzig Prozent, ich hab's echt gesagt, nicht genau gezählt.

00:15:39: Also es ist fünfzig-fünfzig zwischen männlich gelesenen Menschen und weiblich gelesene Menschen.

00:15:44: Und erst mal mit den zwei Choreografen David Pontisch und Horace Wallace ... Mit Marlene, mit Zatuki Ichihara, mit Toshiki Okada einfach zu sagen an das Berlin was es heute gibt Das sind zur Hälfte der Deutschen und Berliner Innen.

00:16:03: Es hat andere Menschen, darüber freu ich mich sehr.

00:16:06: Ich auch!

00:16:07: Den Freundeskreis gibt es ja auch noch?

00:16:09: Franz auf Rosa trettet alle ein und helft uns als Multiplikatoren.

00:16:15: Ich finde Franz auf Rosa auch einen lustigen Tiefen, weil das alte Bekenntnis der Volksbühne zu Rosa Luxemburg unterstreichen.

00:16:23: Aber er ist in diverser Gesellschaft übersetzt.

00:16:26: Ganz kurz zur Geschichte, wenn ich das richtig gelesen habe war die Volksbühne ja immer eine Bühne für das Volk.

00:16:34: Was auch immer als Volk definiert wurde gerade und es gab ganz am Anfang wohl auch schon so diese Idee dass es über Mitgliederbeiträge ermöglicht würde arbeiten dann günstigere

00:16:45: Tickets.

00:16:45: der Bau des Kreatives ist auch durch Beiträge von Arbeitern überhaupt erst ermöglich worden Und das war natürlich immer eine sozialdemokratische, sozialistischen Bewegung verpflichtet.

00:16:58: Auf der anderen Seite war auch die Volksbühne damals schon ein Gentrefizierungsprojekt gegen das Scheunenviertel und insofern sind es immer so ambivalente Spuren.

00:17:07: Auch das Wort Volk – und auch wenn wir sagen Volksbad ist ja keine ganz vollständig unschuldigen Vokabeln!

00:17:16: Das zum Beispiel näher zu untersuchen liegt mir sehr am Herzen.

00:17:21: Von wem würden Sie sich dann widersprechen lassen?

00:17:25: Jeden Tag widersprechen meine Mitarbeiter mir.

00:17:28: Wirklich?

00:17:29: Ja!

00:17:30: Und dann gibt's eine Diskussion

00:17:31: ... Meistens sage ich alles gut, wir machen so wie du das willst.

00:17:36: Manchmal streiten bei uns und in zwei Prozent der Fälle sag' ich was ich möchte.

00:17:42: Was möchten sie in den kommenden Jahren noch lernen?

00:17:45: Ich möchte lernen, welche Funktionen die Kultur in dieser sich neu gruppierenden Gesellschaft haben könnte und ich möchte lernen von der Volksbühne wie man da auf eine Position geht.

00:17:58: Und im Moment geht es aber auch um Bilder.

00:18:02: also auch man kann ja sagen mit dem Volksbad wird die Volksbünde weggeschwemmt oder sie wird erweitert.

00:18:07: Aber erst mal gegen diesen Betonbau der auch was abweisenden hat meinen weichen, schwabbeligen Bauch zu setzen und dass sich das beides gegenseitig kommentiert finde ich erst mal lustig.

00:18:19: Ja es ist lustig!

00:18:20: Es war auch lustig sie vorher schwimmen gehen zu sehen.

00:18:23: Das muss man ganz offen einfach zugeben.

00:18:26: aber sagen Sie mal was passiert denn eigentlich mit dem Schwimmbad wenn das abgebaut wird?

00:18:31: Willkommen die Teile werden ihr dann in der Bühne verwendet?

00:18:34: Wir versuchen Teile wieder zu verwenden.

00:18:37: wir wollten auch sehr gerne eine ökologische eine Wasserreinigung machen.

00:18:41: Aber es war ein unheimlicher Krampf, dass wir überhaupt die Knete dafür zusammengekriegt haben und das wäre halt der nächste große Summe von Geld gewesen.

00:18:50: Also am liebsten würden wir jetzt selber ins Wasser springen.

00:18:53: Könnt ihr?

00:18:53: Sie wahrscheinlich auch

00:18:54: noch mal dürfen, wie er wirklich ist.

00:18:58: Schmeißt eure Geräte vom Kater und springt rein!

00:19:01: Ja aber bevor wir das machen nachdem wir so viel über den internatenden Künstler Matthias Lilienthal erfahren haben wollen wir ja jetzt auch dem Menschen noch ein kleines bisschen näher kennenlernen.

00:19:09: Perliniental, wann waren wir das letzte Mal in einem Berliner Freibad?

00:19:14: Vor zwei Wochen im Prinzenbad.

00:19:17: Klasse!

00:19:18: Und in den letzten zwei Wochen war ich verreist und war in der Nähe von Wismar und auf Bornholm.

00:19:23: Sonst wäre ich aber ... Ich gehe zweimal die Woche im Freibat abwechselnd ins Prinzenbad oder ins Kolumbia-Bad.

00:19:29: Oder manchmal auch Altmarinendorf.

00:19:31: Eigentlich waren sie ja vorhin auch hier schon schwimmen.

00:19:35: Und gibt's dann zur Eröffnung der Premierfeier oder eine Poolparty?

00:19:40: Eine Poolparty von sechs bis zwanzig Uhr mit elektronischer Musik.

00:19:45: Zum Abschluss noch ein paar Entwederoder-Fragen, perfekte Planung oder produktives Chaos?

00:19:51: Produktives Chaos!

00:19:53: Lieber Applaus oder Widerspruch?

00:19:55: Widerspruch.

00:19:57: Pommes Rotweiß oder nur Salz?

00:19:59: Nur Salz.

00:20:01: Und mit wem würden Sie hier besonders gerne mal eine Runde schwimmen?

00:20:05: Mit meiner Tochter?

00:20:08: Na dann hoffen wir sehr dass das klappt Und bedanken uns ganz herzlich, dass Sie sich Zeit für

00:20:13: uns genommen haben.

00:20:14: Vielen

00:20:15: Dank!

00:20:18: Das war's auch schon wieder mit Berlin Unboxed dem Visit Berlin Podcast – Mit neuen Perspektiven auf die Stadt.

00:20:24: Sämtliche Infos über das Volksbad packen wir euch natürlich in die Show-Notes.

00:20:29: Die Tickets sind – das kann ich Euch schon mal verraten kostenlos und gelten für ein Zeitfenster, das Ihr online buchen könnt.

00:20:39: Vor dem Volksbad gibt es eine eigens eröffnete Pommesbude.

00:20:43: Pommes am Volksbad heißt die und ist auch für alle zugänglich, die nicht im Schwimmbad sind.

00:20:49: Also

00:20:49: wir hoffen ihr seid nächstes Mal wieder dabei!

00:20:52: Bis dahin abonniert uns gerne auf Spotify, YouTube, Apple Podcast oder dieser und teilt die Folge gerne mit allen, mit denen Ihr gemeinsam ein paar Bahnen im Volksbad schwimmen möchtet.

00:21:03: Alle Infos dazu auch auf visitberlin.de.

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